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# W38-Erfahrungen mit der Co-Branding-Kreditkarte

**Eindrücke und Gedanken nach dem Ausprobieren der Co-Branding-Karte.** Diese Woche habe ich eine Meituan-Co-Branding-Kreditkarte eröffnet. Der gesamte Ablauf war erfreulich unkompliziert: Antrag mit einem Klick, Kreditlimit in Sekunden, Vorabvorteile und Kartenaktivierung samt Unterschriftsprüfung zu Hause. Online und offline griff alles nahtlos ineinander. Auch die Vorteile nach der Aktivierung machten Freude. Der Datenaustausch mit der Meituan-App erleichtert häufige Vorgänge wie Abrechnungsprüfung und Rückzahlung erheblich. Insgesamt hat die Karte meine Erwartungen deutlich übertroffen.

Doch selbst bei dieser hervorragenden Erfahrung **liegt die Konversionsrate vom erfolgreichen Antrag zur Aktivierung nur bei 30 %**. Das sagte mir ein Mitarbeiter der Bank of Shanghai bei der Aktivierung mündlich. Nach seiner Aussage klicken viele versehentlich auf den Antrag und besitzen bereits eine Kreditkarte, an die sie gewöhnt sind. Deshalb möchten sie die neue Karte beim persönlichen Termin oft nicht aktivieren. Diese Quote hat meine Erwartungen stark erschüttert. Es ist notwendig, eine Idee oder ein Produkt früh am realen Markt zu prüfen. Der Markt überrascht uns immer wieder. Das erinnert mich an den Rat zur Suche nach Product-Market Fit in „The Lean Startup“: Wer eine Idee hat, sollte nicht darauf setzen, nach langem Arbeiten einen großen Treffer zu landen, sondern möglichst schnell herausfinden, ob sie nicht zu den vielen schlechten Ideen gehört.

**Derzeit fallen mir drei Strategien ein.**

**Erstens kleinere Städte erschließen.** Nutzer in Städten der Kategorien S und sogar A besitzen meist bereits Kreditkarten. Unterhalb der Kategorie B könnte die Erschließung wirksamer sein.

**Zweitens die Nutzung erleichtern.** In meinem Umfeld beantragen die meisten Menschen ungern mehrere Kreditkarten. Sie nutzen lieber eine gewohnte Karte für alle Ausgaben. Der Hauptgrund ist, dass sie keine zusätzliche Zeit für Abrechnungszeiträume und Kreditverwaltung aufbringen wollen. Mehrere Karten wirken wie eine zusätzliche Last. Mehr Bequemlichkeit könnte deshalb ein Ansatzpunkt sein.

**Drittens die Rolle der Co-Branding-Karte als Dienstleistung für den Alltag stärken.** American Express ist ein Beispiel. Die Marke hebt sich unter Kreditkarten deutlich ab; ihr Bild als Anbieter für Weltreisende hat sich fest eingeprägt. Nach den vorliegenden Angaben entfallen 45 % der Ausgaben mit ausländischen Kreditkarten in China auf American Express.

Wir könnten die besonderen Zahlungsangebote für Alltagsdienstleistungen hervorheben und bei Bequemlichkeit, Rabatten und Gebührenerleichterungen entschlossener experimentieren. Nutzer sollen in solchen Situationen von selbst an die Karte denken. Viele prüfen vor dem Bezahlen, ob Meituan einen Rabatt für das Geschäft bietet. Ebenso ließe sich die Gewohnheit aufbauen, nach einem zusätzlichen Zahlungsvorteil der Meituan-Karte zu sehen. Für Angebote mit hohen Einzelpreisen und großem Entscheidungsaufwand, etwa ästhetische Medizin, könnten wir beispielsweise günstige Ratenzahlungen anbieten.
