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# W33-Gedanken zu „Chinas Fintech-Innovation“

Diese Woche blätterte ich in dem gerade erschienenen Buch „Chinas Fintech-Innovation – praktische Anwendungsszenarien digitaler Finanzdienste“. Rund um Internet und Branchenfinanzierung stellt es Fälle chinesischer Unternehmen aus Banken, Wertpapieren, Versicherungen, Zahlungen und Regulierung vor. 110.000 chinesische Schriftzeichen, ohne Ant zu erwähnen. Der Text ist sperrig und trocken, als seien Leistungsberichte verschiedener Unternehmen zusammengesetzt worden. Plötzlich geht es etwa um technische Architektur. Verteilte Architekturen, die im Internet längst üblich sind, werden erläutert, und sogar HTTPS und RESTful erscheinen als technische Besonderheiten. Zum Erweitern des Blickfelds ist das Buch brauchbar, eine gründliche Lektüre würde ich mir sparen. Zwei Punkte fand ich dennoch wertvoll.

Blockchain und Datenaustausch werden vermutlich am häufigsten genannt. Sie sind grundlegende Technologien mit praktischen Anwendungen in den meisten behandelten Bereichen. In der Lieferkettenfinanzierung geht es beispielsweise wesentlich darum, Daten vor- und nachgelagerter Parteien zu verbinden und mithilfe der Blockchain Vertrauen zu schaffen. Auch AML-Geldwäschebekämpfung und KYC hängen stark von verbundenen Daten und Blockchain ab.

Blockchain nutzt vor allem Unveränderlichkeit und Konsensmechanismen, um Vertrauen zwischen vielen Beteiligten dezentral herzustellen. Datenaustausch soll vor allem Datensilos überwinden. Finanzinstitute teilen aus Sicherheitsgründen selten Daten miteinander, und viele benötigte Daten befinden sich ohnehin außerhalb des Finanzsektors. Mein Wissen über Blockchain sollte ich als Nächstes ergänzen.

Im Kapitel über Zahlungen formuliert der Autor eine wichtige These: Für längere Zeit liegt die entscheidende Wettbewerbschance externer Zahlungsanbieter im B2B- und Offline-Markt.

Warum B2B? Die dort gemeinten B2B-Zahlungen unterscheiden sich vollständig von unserem eigenen Geschäft. Unser B2B-Checkout ist im Kern weiterhin ein auf einzelne zahlende Nutzer ausgerichteter Checkout. Wir unterscheiden nach Nutzereigenschaft: Zahlt ein Meituan-Händler oder ein Privatkunde? Im Buch verstehe ich B2B-Zahlung als vollständiges Zahlungs- und Abrechnungsprodukt. Es kann B2B2C oder B2B2B sein und deckt den Bedarf eines Unternehmens an Abrechnung und Zahlungsannahme. Bei der Zahlungsannahme entlang einer Lieferkette gibt es etwa Käufe und Verkäufe auf Kredit sowie umlaufende Wechsel. Geld- und Warenflüsse sind wenig effizient. Hier haben B2B-Zahlungen großen Spielraum. Geschäftskunden achten bei der Auswahl eines Zahlungsunternehmens neben Bequemlichkeit und Gebühren besonders auf Sicherheit, Vertraulichkeit und maßgeschneiderte Dienste für verschiedene Szenarien. Derzeit kann kein Unternehmen all diese Anforderungen vollständig erfüllen.

Warum offline? Online ist die Marktverteilung bereits weitgehend entschieden, es herrscht ein Oligopol. Offline bleibt Raum, besonders bei grenzüberschreitenden Zahlungen.
