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# Energiemanagement

> Von Tim:
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> Ich glaube nicht, dass sich Arbeit und Leben im Gleichgewicht halten lassen. Wir leben in einer weltlichen Gesellschaft. „Weltlich“ ist keineswegs abwertend gemeint. Wir strengen uns an, wollen gut leben und mehr erreichen. Auch diese Leistungen messen wir an weltlichen Maßstäben: Wie viele Menschen beeinflussen wir, welchen wirtschaftlichen Ertrag erzielen wir? Das sind sehr vernünftige Maßstäbe. China ist schließlich noch nicht reich und kein entwickeltes Land. In den ersten zehn oder mehr goldenen Berufsjahren, wenn Kreativität und Arbeitsantrieb am stärksten sind, sollte man möglichst viel arbeiten, um eine gute Lebensphase zu erreichen.
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> Wenn Zeitmanagement und Wirksamkeit gut genug sind, muss das gar nicht besonders anstrengend sein. Unter den wichtigsten Erfolgsfaktoren steht Fleiß nicht einmal ganz vorn, vielleicht nicht unter den ersten drei oder fünf. Man braucht keine bloße Kraftanstrengung. Entscheidend ist Wirksamkeit. Die Arbeit muss etwas bewirken. Achtet auf Ergebnisse und Beiträge.
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> Wie verwaltet man Zeit gut? Mein Rat: **Versucht nicht absichtlich, eure Zeit zu managen. Zeichnet sie einfach auf.** Wenn ihr nicht festhaltet, wohin täglich und monatlich eure Zeit fließt, wird eure Selbstwahrnehmung stark von der Realität abweichen. Wer Zeit aufzeichnet, wird sie ganz von selbst besser verwalten. Das habe ich in jungen Jahren nicht besonders gut gemacht. Könnte ich zurück, würde ich früher damit beginnen.
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> Dann zu Interesse und Können. **Was euch interessiert, muss nicht eure Stärke sein. Und eure Stärke muss euch nicht besonders interessieren.** Vielleicht lieben viele dieselbe Tätigkeit, darunter Menschen mit weit mehr Talent. Dann erreicht ihr darin womöglich trotz aller Mühe wenig. Behaltet sie als Hobby, statt sie zum Beruf zu machen. In einem Gebiet, das euch liegt und in dem wenige arbeiten, könnt ihr dagegen besonders umsetzungsstark sein und einen beruflichen Vorteil haben. Manche können das, was sie lieben, auch besonders gut. Ich halte sie aber für eine Minderheit. Objektiv können sich nur wenige leisten, ihre Interessen einfach zum Beruf zu machen.
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> Mein Rat bleibt: **Findet heraus, was ihr gut könnt, und macht es gut. Verlasst euch nicht allein auf Interesse.** Sucht eure Stärke und erweitert sie sinnvoll in vor- und nachgelagerte Gebiete. Legt euch dabei nicht zu früh fest. Verbringt etwas Zeit in einem Feld, um eure tatsächlichen Stärken zu erkennen. Das Unternehmen fördert interne Wechsel und Rotation. Es fördert aber keine Wechsel ohne jede Grundlage, nur weil jemand subjektiv denkt, anderswo sei es leicht oder interessant.

Aus dem Jahresrückblick blieb die Aufgabe, meine Methoden des Zeitmanagements zu teilen. Dann merkte ich, dass ich das vergangenes Jahr schon getan hatte: [W09-Erfahrungen und Praxis im Umgang mit meiner Energie](https://km.sankuai.com/collabpage/1571535783). Vielleicht braucht es dazu ein Gespräch vor Ort. Mein Grundgedanke bleibt gleich: zuerst das systemische Thema Energiemanagement betrachten. Beide Formeln gelten weiterhin: Ertrag = Ziel \* Effizienz \* Zeit, und vollständiges Engagement = körperliche Energie + emotionale Verbundenheit + klares Denken + fester Wille.

Dieses Jahr kommt eine weitere Ebene hinzu. Auf dem Weg zur Abstraktion gehe ich noch einen Schritt weiter.

Die Verwaltung persönlicher Kraft ist im weiteren Sinn Energiemanagement.

Materie, Energie und Information sind die drei Grundelemente der Welt. Nach Asimov bestimmt die Beherrschung von Energie den Zivilisationsgrad. Je besser eine Gesellschaft Energie gewinnt, umwandelt und nutzt, desto höher ist ihr Entwicklungsniveau.

Für Einzelne heißt Zeitverteilung ebenfalls, Energie zu ordnen. Manchmal nehmen wir Energie auf, etwa beim Essen und Schlafen. Manchmal stellen wir sie wieder her, etwa durch Unterhaltung und Meditation. Manchmal verbrauchen wir sie: Wir stärken uns durch Verausgabung beim Sport oder produzieren durch ihren Einsatz bei der Arbeit.

Es gibt zahllose Zeitmanagementmethoden. Entscheidend ist die Frage des Antriebs. Ob wir von persönlicher Kraft oder Energie sprechen, die andere Perspektive soll zum Nachdenken bringen: Wozu verwalten wir Zeit? Das Grundprinzip soll die Methode führen.

Nun etwas Konkretes statt weiterer Abstraktion. Der Xuecheng-Beitrag [Effizientes Zeitmanagement](https://km.sankuai.com/collabpage/1817969019) fasst vieles umfassend zusammen. Hier vier eigene Erfahrungen, möglichst knapp und greifbar.

**Das nützlichste Werkzeug: die Vier-Quadranten-Matrix aus wichtig und dringend**

Sie ist weit verbreitet und für mich das nützlichste Werkzeug. Schwierig ist, Wichtigkeit und Dringlichkeit richtig zu beurteilen. Das verlangt enge Verbindung zur Praxis und wiederholtes Üben.

**Zeitmanagement ist auch Aufgabenmanagement: streichen, mehrfach nutzen, asynchron arbeiten**

Die aufgenommene Information beschneiden. Ja, beschneiden. Auch Kleidung und Unterhaltungsformen lassen sich vereinfachen. Das ist aber stark von persönlichen Werten abhängig, deshalb gebe ich dazu keinen Rat.

Eine interessante Erfahrung: Früher wollte ich vor einer Tätigkeit erst ein Ritual, eine passende Atmosphäre oder innere Bereitschaft schaffen. Zum Lesen brauchte ich einen sonnigen, ruhigen, warmen Ort. Sport verlangte professionelle Ausrüstung, den richtigen Platz und einen passenden Zeitpunkt. Später merkte ich, dass der Arbeitsrhythmus der Internetbranche keine Zeit für langes Einstimmen lässt. Anpassen und direkt anfangen, wenn man etwas tun will.

Kleine Zeitfenster nutzen. Zeit mehrfach zu verwenden schafft einen Hebel. Arbeitswege, Essenspausen und Wartezeiten eignen sich dafür.

Sich selbst als Knotenpunkt sehen und möglichst nicht zum Engpass werden. Was sofort bearbeitet werden kann, direkt erledigen. Was von anderen abhängt, früh anstoßen. Was asynchron geht, möglichst asynchron behandeln.

**Energie sparen ist ein biologischer Instinkt: Energie lässt sich berechnen**

Warum pflügen Rinder statt Pferde? Bei gleicher Arbeitsintensität brauchen Rinder weniger Energie. Pferde haben mehr Leistung und benötigen besseres Futter.

Auch wir Arbeitstiere müssen Energie sparen. Passende Werkzeuge sind wichtig.

Kalender, Aufgabenlisten und andere Produktivitätswerkzeuge begeistern auch mich. Welche Software man wählt, ist Geschmackssache. Am wichtigsten ist das unmittelbare Notieren, jederzeit. Informationen im Gehirn abzulegen und wieder abzurufen kostet Energie. Wir brauchen eine externe Festplatte. Gedanken schnell festzuhalten spart Energie und Zeit für späteres Erinnern und Ordnen und hält Ideen frisch. Die gesparte Energie gehört kreativen Aufgaben.\
**Zeitmanagement ist nicht Selbstdisziplin: Gelassenheit ist der beste Zustand**

Sich frei und wohl zu fühlen ist am besten, unabhängig davon, ob eine Tätigkeit nach allgemeinen Maßstäben besonders wertvoll ist. Ich geriet einmal in die Falle, alles zu verwalten und dabei selbst steif und angespannt zu werden. Seit ich das erkannt habe, gelingt mir Gelassenheit nicht immer. Aber ich weiß, welchen Zustand ich anstreben sollte.

Wer bei einer Sportart, Gewohnheit oder Zeitmanagementmethode bleibt, braucht Willenskraft. Doch psychische Energie ist begrenzt. Nicht jedes Scheitern sollte man mangelndem Willen zuschreiben. Wer seinen Körper aufmerksam wahrnimmt, findet auch dort Antworten.

Zum Schluss ein wenig Lebensweisheit: Wir sind schon müde genug. Hoffentlich werden wir nicht von der Zeit verwaltet. Der beste Zustand ist, geliebt zu werden, etwas zu tun zu haben und sich auf etwas zu freuen.
