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# One Man’s View of the World: Fragen und Positionen

Die folgenden Notizen beruhen auf meinen Markierungen in der gebundenen chinesischen Ausgabe von *One Man’s View of the World*. Ich habe die Fragen neu geordnet; die Antworten geben Lee Kuan Yews Ansichten sinngemäß wieder. Sie bewahren seine Beobachtungen und Prognosen zur Entstehungszeit des Buches im Jahr 2013. Sie sind keine Überprüfung der heutigen Verhältnisse und bedeuten auch nicht, dass ich jeder einzelnen Einschätzung zustimme.

## Vorwort

### 1. Wie kann ein kleines Land seinen Handlungsspielraum sichern, wenn es die Welt nicht verändern kann?

Lee Kuan Yew meinte, Singapur müsse die Grundbedingungen der Außenwelt akzeptieren und innerhalb seines begrenzten Spielraums beweglich bleiben. Langfristig müsse es drei Bedingungen sichern: Menschen sollen sicher leben und arbeiten können, Bürger sollen gleich behandelt werden, und die nächste Generation soll weiterhin Chancen auf Erfolg haben.

## China

### 2. Warum hielt er einen Wandel des damaligen chinesischen Systems für nötig, einen Zusammenbruch aber nicht für nahe?

Sein Urteil beruhte auf den damals steigenden Lebensstandards, wachsenden wirtschaftlichen Möglichkeiten und dem zunehmenden internationalen Ansehen des Landes. Arbeitskräfte vom Land wollten in die städtische Mittelschicht aufsteigen, die Mittelschicht wiederum wollte weiter vorankommen. Die meisten Menschen erwarteten noch eine Verbesserung ihres Lebens und hatten deshalb wenig Anreiz, die bestehenden Verhältnisse aufzubrechen.

Er erwartete, dass mit dem Aufstieg und der Festigung neuer gesellschaftlicher Schichten die Forderungen nach Transparenz und Beteiligung an öffentlichen Angelegenheiten wachsen würden. Dieser Wandel brauche jedoch Zeit.

### 3. Wie wirkt sich Korruption auf ein weiterhin funktionsfähiges System aus?

Er erwartete, dass China die umfassende Kontrolle über staatliche Angelegenheiten nicht aufgeben werde. Schwächen bei Korruptionsbekämpfung, Rechtsstaatlichkeit und Regierungsführung könnten lange fortbestehen. Selbst integre Spitzenpolitiker könnten seiner Ansicht nach die Korruption in den verschiedenen Landesteilen nicht unbedingt kontrollieren. Beziehungen könnten Ernennungen, Beförderungen und die Umsetzung politischer Vorgaben beeinflussen. Korruption müsse das System nicht sofort zum Einsturz bringen. Sie mindere aber die Effizienz und verhindere, dass das Land sein mögliches Entwicklungsniveau erreicht.

### 4. Wie verstand er das Verhältnis zwischen Personen, Recht und Institutionen in China?

Nach seiner Einschätzung hing die Machtausübung in China stärker von einzelnen Personen und ihren Unterstützern ab. Institutionen und Gesetze könnten diese Beziehungen noch nicht ausreichend begrenzen. Ein Führungswechsel könne deshalb auf mehreren Ebenen personelle Veränderungen auslösen und Instabilität verursachen.

Er bezog auch den Umgang mit Verträgen und Recht in seinen Vergleich ein. Seiner Beobachtung nach wurden Vereinbarungen in China eher als Teil einer fortdauernden Beziehung betrachtet. Singapur legte dagegen stärker Wert darauf, dass Gerichte den Wortlaut anhand des Rechts und bestehender Regeln auslegen. Er erwartete, dass China seine eigenen Institutionen weiterentwickeln, zugleich aber eine starke Zentralgewalt beibehalten werde. Die historische Erfahrung führe dazu, dass die Gesellschaft die Stärke der Zentrale mit Ordnung verbinde.

### 5. Wie erklärte er die Voraussetzungen für das Wahlsystem Taiwans?

Er brachte die Einführung des Prinzips „eine Person, eine Stimme“ in Taiwan mit dem kleineren Regierungsgebiet und der Abhängigkeit von den USA in Verbindung. Nach seiner Ansicht beeinflussten die amerikanischen Anforderungen an Taiwans politisches System dessen Entscheidung.

### 6. Wie beurteilte er die Leistungsfähigkeit der chinesischen Bürokratie?

Damals äußerte er sich positiv über die Fähigkeiten der Regierungsebenen in China. Immer mehr Beamte hätten westliche Bildung kennengelernt, verstünden die Welt und beherrschten Englisch. Er sah in ihnen Pragmatiker, die Wohlstand, Entwicklung und fortschrittliche Technik anstrebten. Ideologische Bezeichnungen reichten nicht mehr aus, um ihr tatsächliches Handeln zu erklären.

### 7. Wie würde China seiner Erwartung nach seine Macht und seinen regionalen Einfluss ausweiten?

Er nahm an, China werde seine Stärke weiter ausbauen und zugleich möglichst zurückhaltend auftreten. Es wolle sich eine längere Friedensphase für wirtschaftliche Entwicklung und die Bewältigung innerer Probleme sichern und vermeiden, bestehende Großmächte zu früh zu provozieren.

Außerdem sagte er voraus, dass sich das Kräfteverhältnis zwischen China und den USA innerhalb von zwanzig bis dreißig Jahren ausgleichen werde. China werde amerikanische Kräfte zunächst aus dem Zwölf-Seemeilen-Bereich und anschließend aus seiner zweihundert Seemeilen umfassenden ausschließlichen Wirtschaftszone verdrängen und zum einflussreichsten Staat der Region werden.

### 8. Warum sah er die Beziehungen zwischen China und den USA nicht als Wiederholung des amerikanisch-sowjetischen Verhältnisses?

Seiner Ansicht nach gab es zwischen China und den USA damals keinen unversöhnlichen ideologischen Konflikt wie zwischen den USA und der Sowjetunion. China brauche amerikanische Märkte, Investitionen, Technik und Universitätsbildung. Auch die USA hätten keinen Grund, China dauerhaft als Feind zu behandeln. Beide Seiten hätten somit praktische Interessen an der Aufrechterhaltung ihrer Beziehungen.

### 9. Wie bewertete er Macht, Entschlossenheit und wirtschaftliche Verflechtung in der Taiwanfrage?

Er meinte, die Bereitschaft, Kosten zu tragen, sei zwischen den Beteiligten ungleich verteilt. Für die chinesische Führung berühre Taiwan politische Autorität und nationale Einheit. Sie könne deshalb höhere und länger anhaltende Konfliktkosten akzeptieren als die USA. Daraus leitete er ab, dass die USA keinen Krieg mit China führen würden, um Taiwans Unabhängigkeit zu verteidigen. Taiwans Zukunft hänge seiner Ansicht nach vom Kräfteverhältnis zwischen beiden Seiten der Meerenge und von einem möglichen amerikanischen Eingreifen ab, nicht allein von Meinungsumfragen.

Er war überzeugt, China werde Gewalt anwenden, falls Taiwan seine Unabhängigkeit erkläre. Ebenso hielt er eine Wiedervereinigung für eine bloße Frage der Zeit, die kein Land verhindern könne. Zur Begründung berief er sich auf seine Auslegung der Konferenz von Kairo.

Zugleich prognostizierte er, die wirtschaftliche Integration werde eine Trennung beider Seiten immer schwieriger machen und China erkennen lassen, dass Gewalt unnötig sei. Auch taiwanische Parteien, die die Richtung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit ändern wollten, würden durch die Interessen von Landwirten und Unternehmen begrenzt.

### 10. Wie unterschied er die Anforderungen Chinas und der USA an andere Staaten?

In diesem Auszug beschrieb er die USA als einen Staat, der anderen Ländern Demokratie wünsche, sie aber nicht dazu zwinge. China beschrieb er dagegen als stärker daran interessiert, ob andere Staaten seinen konkreten Forderungen entgegenkämen, ohne von ihnen die Übernahme des chinesischen Systems zu verlangen. Damit unterschied er zwei außenpolitische Ausrichtungen: die Verbreitung bestimmter politischer Vorstellungen und das Verfolgen konkreter Interessen.

### 11. Was ist das praktisch wichtigste Hindernis bei der Lockerung des Hukou-Systems und der Binnenmigration?

Er meinte, Menschen würden dorthin ziehen, wo es mehr Möglichkeiten gebe. Beschränkungen könnten diesen Antrieb nicht beseitigen. Das Problem sei, dass aufnehmende Städte für Wohnraum, Bildung, Gesundheitsversorgung und andere öffentliche Leistungen aufkommen müssten. Ohne entsprechende Mittel würde eine Lockerung die Kommunen mit kaum tragbaren Lasten belasten.

Er erwähnte auch Chinas damaligen Versuch, die Bevölkerungsströme durch die Entwicklung von Städteclustern im Landesinneren zu verteilen. Ob dort genügend Arbeitsplätze entstehen könnten, sei eine weitere Begrenzung.

### 12. Warum schafft die Forderung nach mehr Einsatz noch keine unternehmerischen Anreize für Leiter staatlicher Unternehmen?

Wenn gute oder schlechte Geschäftsergebnisse das Einkommen eines Managers nicht veränderten, fehle ihm nach Lees Ansicht dasselbe persönliche Interesse wie einem Unternehmer. Ob Vermögen und Lebensunterhalt vom Geschäftserfolg abhängen, beeinflusse, wie viel Energie jemand einsetzt und welche Verantwortung er übernimmt.

Er erläuterte den Unterschied anhand von Eigentumsrechten und erwähnte auch die Konzentration von Vermögen nach der Privatisierung in Russland.

### 13. Was müsste sich ändern, damit China stärker auf die Binnennachfrage setzt?

Er sah den Konsum sowohl von der Einkommensverteilung als auch vom Vertrauen in die Zukunft bestimmt. Spargewohnheiten, die sich durch lange Armut gebildet hätten, verschwänden nicht sofort mit steigenden Einkommen. Mehr gewöhnliche Haushalte müssten am Wirtschaftswachstum teilhaben und darauf vertrauen können, ihren Lebensstandard künftig zu halten oder zu verbessern. Erst dann seien bessere Voraussetzungen für Konsum gegeben.

Deshalb verband er eine stärkere Binnennachfrage mit geringeren Einkommensunterschieden zwischen Küste und Binnenland sowie zwischen Stadt und Land. Er sah darin nicht bloß eine Frage der Konsumbereitschaft.

## USA

### 14. Wie passen sich kleine asiatische Staaten an, wenn sich die Machtverhältnisse zwischen Großmächten verschieben?

Nach seiner Ansicht würden kleine Staaten Chinas Forderungen stärker berücksichtigen, wenn der amerikanische Einfluss im asiatisch-pazifischen Raum nachließe. Zugleich würden sie versuchen, eine vollständige Dominanz Chinas zu vermeiden. Er glaubte damals nicht, dass China die USA letztlich vollständig aus dem westlichen Pazifik verdrängen könnte. Kleine Staaten würden ihre Strategien an das Kräfteverhältnis anpassen und zugleich versuchen, alternative Partner zu behalten.

### 15. Warum sollte Singapur gleichzeitig Beziehungen zu China, den USA und anderen Ländern pflegen?

Er trat dafür ein, an Chinas Entwicklung teilzunehmen und zugleich die wirtschaftlichen, gesellschaftlichen, kulturellen und sicherheitspolitischen Beziehungen zu den USA aufrechtzuerhalten. Singapurs geografische Lage bleibe für die USA wertvoll. Engere Beziehungen zu China sollten nicht damit erkauft werden, andere Verbindungen abzubrechen.

Zu starker Druck auf südostasiatische Staaten könne sie seiner Ansicht nach einer anderen Großmacht zutreiben. Singapur könne deshalb unterschiedliche Länder willkommen heißen und möglichst vermeiden, Zusammenarbeit zu einer ausschließenden Entscheidung zu machen.

### 16. Warum ist die Wahl der Sprache für Singapurs Entwicklung wichtig?

Er sah Englisch als wichtige Voraussetzung für die Verbindung mit der internationalen Gemeinschaft. Das von Großbritannien hinterlassene englischsprachige Umfeld habe Singapur den Aufwand erspart, eine internationale Verkehrssprache neu zu erlernen. Forderungen, Mandarin zur Nationalsprache zu machen, lehnte er ausdrücklich ab. Die Fähigkeit zur Kommunikation mit der Außenwelt hatte für ihn eine Schlüsselrolle in der Entwicklung des Landes.

### 17. Woher kommt die anhaltende Innovationskraft der USA?

Er schätzte die amerikanische Fähigkeit, Ressourcen effizienter zu nutzen und neue Produkte und Dienstleistungen zu schaffen. Die Zahl begabter Menschen allein erkläre diese Fähigkeit nicht. Entscheidend sei auch, ob eine Gesellschaft Menschen anziehen und aufnehmen könne, die Neues wagen.

Besonders betonte er die Einwanderung. Wer bereit sei, die vertraute Umgebung zu verlassen, gebe sich häufig weniger mit dem Bestehenden zufrieden und sei eher bereit, Risiken einzugehen. Nach seiner Ansicht boten die USA diesen Menschen Chancen zur Integration und Entwicklung. Die Einwanderer brächten wiederum laufend Ideen, Technik und neue Geschäftsweisen mit.

### 18. Warum können mehrere miteinander konkurrierende Zentren einen Vorteil bilden?

Seiner Beobachtung nach hatten die USA mehrere Zentren, die unabhängig Kapital einwerben und Talente anziehen konnten. Nicht eine einzige Stadt musste die Richtung für das ganze Land bestimmen. Verschiedene Orte konnten einander herausfordern. Um neue Ressourcen und Ziele herum konnte wiederum ein weiteres Zentrum entstehen.

Er verglich diese Struktur mit Chinas stärkerer Ausrichtung auf ein einzelnes Zentrum und den stärker konzentrierten Ausbildungswegen der Eliten in Großbritannien und Frankreich. Wettbewerb zwischen mehreren Zentren begünstige seiner Ansicht nach neue Ideen und Produkte.

### 19. Welchen Unterschied macht der gesellschaftliche Umgang mit Unternehmensgründungen und Scheitern?

Er meinte, die USA gäben erfolgreichen Gründern Anerkennung und erlaubten Gescheiterten einen neuen Anfang. Das ermutige mehr Menschen zur Gründung. Großbritannien legte in seiner Darstellung dagegen größeren Wert auf bestehende Klassen und den Status traditioneller Berufe. Erfindungen ließen sich dort deshalb nicht immer leicht in wirtschaftlichen Erfolg überführen.

Er beobachtete auch, dass amerikanische Unternehmen jüngeren Menschen eher Gehör schenkten und ihre Ideen in die tatsächliche Arbeit des Unternehmens einfließen ließen.

### 20. Welchen Preis haben Wettbewerb und Dynamik in den USA?

Er räumte ein, dass eine stark wettbewerbliche Gesellschaft auch größere Beschäftigungsschwankungen, Einkommens- und Vermögensunterschiede sowie benachteiligte Gruppen hervorbringe, die nur schwer wieder am Wirtschaftsleben teilnehmen könnten. Innovation und Effizienz lösten diese Probleme nicht automatisch. Sein positives Urteil über die USA schloss das Bewusstsein für diese Kosten ein.

### 21. Warum kann es trotz der besten Universitäten Bildungsprobleme geben?

Eine Volkswirtschaft brauche nach seiner Ansicht nicht nur Spitzenwissenschaftler und Unternehmer, sondern auch viele Arbeitskräfte mit grundlegenden Fähigkeiten und beruflichen Qualifikationen. Der Erfolg von Eliteuniversitäten könne Mängel der Grundbildung und der beruflich-technischen Ausbildung nicht ausgleichen.

Er befürchtete, dass die Folgen gekürzter Bildungsausgaben erst mit großer Verzögerung sichtbar würden. Weil Bildung Sache der Bundesstaaten sei, könne die Bundesregierung Verbesserungen nur schwer einheitlich vorantreiben. Dieselbe dezentrale Struktur betrachtete er im Bildungsbereich deshalb als ein Problem der Regierungsführung.

### 22. Wie betrachtete er zugleich die Probleme, die öffentliche Darstellung und die Lebensweise der USA?

Er nannte Probleme bei Infrastruktur, Klassenunterschieden, Rassendiskriminierung und Wahlkampfkosten. Zugleich erinnerte er daran, dass Medienwettbewerb und parteipolitische Debatten Fehler vergrößerten. Beobachter müssten tatsächliche Probleme von Übertreibungen unterscheiden.

Er schätzte die amerikanische Haltung, dass die Zukunft verbessert und Probleme analysiert und gelöst werden können. Allerdings hielt er den Lebensdruck in dieser Gesellschaft für relativ hoch. Obwohl er ihre Dynamik bewunderte, würde er für einen dauerhaften Wohnsitz möglicherweise das weniger belastende Großbritannien vorziehen.

### 23. Warum sollten China und die USA Konflikte vermeiden und gemeinsam an der internationalen Ordnung mitwirken?

Er hielt Frieden und Zusammenarbeit zwischen China und den USA für entscheidend für die Stabilität Asiens. Selbst wenn Japan und Südkorea wirtschaftlich stärker von China abhängig würden, könnten sie ihre sicherheitspolitischen Beziehungen zu den USA beibehalten.

Damals schätzte er die Wahrscheinlichkeit eines direkten Krieges zwischen China und den USA wegen der Atomwaffen als gering ein. Sollte es dennoch zu einem Konflikt kommen, wären die Kosten einer Eskalation außerordentlich hoch. Beide Seiten sollten deshalb auch kleinere Zusammenstöße möglichst vermeiden. Die USA sollten China außerdem ermutigen, die internationale Ordnung mitzugestalten, damit es einen Grund habe, entsprechende Verantwortung zu übernehmen.

### 24. Warum bezweifelte er, dass äußere Mächte das politische System eines anderen Landes neu aufbauen können?

Regierungsführung beruhe seiner Ansicht nach auf vorhandenen Verwaltungsmitarbeitern, öffentlichen Diensten und gesellschaftlichen Traditionen. Militärische Macht allein könne das Bestehende nicht einfach niederreißen und neu beginnen. Als Gegenbeispiel führte er an, dass die japanischen Besatzer Singapurs einen Teil des Verwaltungspersonals im Amt beließen. Er bezweifelte den amerikanischen Plan, die irakische Regierung neu aufzubauen und zu demokratisieren.

Er bevorzugte den Umgang mit anderen Staaten auf Grundlage ihrer tatsächlich bestehenden Institutionen und das Verfolgen konkreter Interessen. Besonders zweifelte er daran, dass äußere Kräfte Gesellschaften mit tief verwurzelten historischen Traditionen vollständig verändern könnten.

## Europa

### 25. Wo sah er das Problem des Euro, und welche Anpassung erwartete er in Europa?

Er meinte, eine gemeinsame Währung ohne gemeinsame Finanzpolitik mache es Ländern mit sehr unterschiedlicher wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit und unterschiedlichen Haushaltsgewohnheiten schwer, dauerhaft dieselbe Ordnung zu teilen. Er sah darin ein strukturelles institutionelles Problem, das sich nicht allein der mangelnden Verantwortung einer bestimmten Regierung zuschreiben lasse.

Damals glaubte er nicht, dass der Euro zu retten sei, wenn alle Mitglieder in ihrer bisherigen Konstellation verblieben. Er erwog einen teilweisen Zerfall oder eine Integration in mehreren Stufen. Deutschland könnte seiner Ansicht nach mit ähnlich wettbewerbsfähigen Ländern einen Kern bilden, während andere Staaten in unterschiedlichem Tempo zusammenarbeiteten.

### 26. Wie bewertete er Nutzen und Kosten von Sozialstaat und Arbeitnehmerschutz?

Er erkannte an, dass Europas Sozialleistungen und Arbeitnehmerschutz die Gesellschaft weniger hart machten und den Abstand zwischen Gewinnern und Verlierern verringerten. Als wichtigste Kosten sah er schwächere Arbeits- und Leistungsanreize, wenn harte Arbeit und der Bezug von Unterstützung zu ähnlichen Einkommen führten.

Er erwartete, dass äußerer Wettbewerb Europa schließlich dazu zwingen werde, seinen Gesellschaftsvertrag neu auszuhandeln.

### 27. Warum sah er besondere Voraussetzungen für das nordische Wohlfahrtsmodell?

Die starke gemeinsame Identität und den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Nordeuropa betrachtete er als wichtige Voraussetzungen dafür, dass Menschen Steuern zahlen und die Kosten des Sozialstaats gemeinsam tragen wollten. Wenn andere Mitglieder als Teil der eigenen Gemeinschaft wahrgenommen würden, sei der Widerstand gegen Umverteilung geringer.

Im Interview wurde diese Erklärung auch auf ethnische und genetische Ähnlichkeit ausgedehnt. Er sah eine vergleichbare Identifikation in Japan, hielt eine einfache Übertragung auf das große und regional sehr unterschiedliche China aber für unmöglich. Die behauptete Kausalbeziehung zwischen Genetik und gesellschaftlichem Zusammenhalt wird in dem Auszug nicht belegt.

### 28. Warum schwankt Europa zwischen Aufnahme und Begrenzung von Einwanderung?

Er meinte, Europa brauche Einwanderung aus wirtschaftlichen und demografischen Gründen. Gleichzeitig stehe es vor Integrationsproblemen und Wahldruck. Die Politik werde deshalb zwischen diesen beiden Kräften abwägen.

Darüber hinaus führte er die grundlegenden Integrationsschwierigkeiten auf Unterschiede zwischen ethnischen Gruppen zurück. Diese Ursachenzuschreibung wird in dem Auszug nicht belegt.

## Japan, Nord- und Südkorea sowie Indien

### 29. Warum bereitete ihm Japans Bevölkerungsstruktur Sorgen?

Er meinte, Bevölkerungsrückgang und Alterung würden die Konsumnachfrage schwächen. Ältere Menschen besäßen bereits viele benötigte Dinge und hätten weniger Interesse an neuen Produkten. Auch Innovationskraft verband er mit einer jungen Bevölkerung. Deshalb beurteilte er Japans langfristige Aussichten pessimistisch.

Außerdem behauptete er, die Kreativität von Mathematikern erreiche etwa mit zwanzig Jahren ihren Höhepunkt; danach seien keine größeren Durchbrüche mehr möglich. Der Auszug enthält dafür keine Begründung.

### 30. Wovon hängen seiner Ansicht nach das amerikanisch-japanische Bündnis und Japans Sicherheit ab?

Seine Analyse setzte voraus, dass die USA die Kosten des Bündnisses weiterhin tragen können. Sollten ihre wirtschaftlichen Möglichkeiten und ihr regionaler Einfluss abnehmen, könnte Japan stärkerem chinesischem Druck ausgesetzt sein. Er beschrieb das Risiko sogar als eine mögliche Unterordnung Japans als Vasall Chinas. Als letztes Mittel könne Japan seiner Einschätzung nach defensive Atomstreitkräfte in Betracht ziehen.

### 31. Warum ist die Zahl der Waffen nicht mit langfristiger nationaler Stärke gleichzusetzen?

Am Vergleich zwischen den USA und Japan im Zweiten Weltkrieg erläuterte er, dass der Wiederaufbau einer zerstörten Flotte von industrieller Kapazität und wirtschaftlicher Grundlage abhängt. Vorhandene Waffen könnten einzelne Gefechte beeinflussen, aber allein keinen langen Krieg tragen. Man müsse prüfen, ob ein Land fortlaufend produzieren und Verluste ersetzen könne, statt nur die gegenwärtige Menge an Rüstung zu betrachten.

### 32. Warum hielt er eine lang anhaltende Teilung der koreanischen Halbinsel für möglich?

Er meinte, China betrachte Nordkorea als Puffer und befürchte, dass amerikanische Truppen nach einer Wiedervereinigung näher an die chinesisch-koreanische Grenze rücken könnten. Außerdem wolle China keinen stärkeren vereinigten Nachbarn entstehen sehen. Die Beteiligten hätten deshalb Gründe, vorsichtig zu handeln und den Status quo zu bewahren.

Damals prognostizierte er, das Nordkoreaproblem könne noch zehn bis zwanzig Jahre fortbestehen. Ob die nordkoreanische Bevölkerung freieren Zugang zur Außenwelt erhalte, betrachtete er als eine Bedingung, die die Lage verändern könnte.

### 33. Warum lehnte er einen unmittelbaren Vergleich zwischen China und Indien ab?

Er betonte Unterschiede in der Geschichte der Staatsbildung, in den Sprachen und im inneren Zusammenhalt. In seiner Zusammenfassung hatte China eine stärkere Tradition staatlicher Einheit. Die Einheit des modernen Indien hing dagegen mit der Zusammenführung während der britischen Kolonialzeit zusammen. Indien umfasse mehr stark unterschiedliche Sprachen und regionale Gesellschaften. Politische Führer könnten deshalb nur schwer in einer einzigen Sprache mit dem ganzen Land kommunizieren.

Aus seiner Sicht ließen sich die Umsetzungsfähigkeit und die Entwicklungspfade beider Länder daher nicht allein anhand ihrer Bevölkerungsgröße vergleichen.

### 34. Welche Vermutungen zu Vererbung und Intelligenz leitete er aus dem indischen Kastensystem ab?

Aus Heiraten innerhalb derselben Kaste leitete er eine Einschränkung des genetischen Austauschs ab. Diese brachte er mit der Intelligenz der Gesellschaft insgesamt in Verbindung. Als Vergleich führte er die Heirats- und Fortpflanzungsarrangements von Beamten im alten China an.

Diese Vermutungen über Vererbung und Intelligenz werden in dem Auszug nicht wissenschaftlich belegt.

### 35. Warum änderte sich seine Einschätzung Indiens?

Er räumte ein, Indien zunächst wegen seines demokratischen Systems unterstützt zu haben. Später legte er mehr Gewicht auf die Grenzen, die die innere Gesellschaftsstruktur der Entwicklung setzt. Demokratie könne nicht automatisch alle Probleme lösen. In Gesellschaften mit langer Geschichte gebe es Kräfte, die sich nur schwer verändern ließen.

Bei Indien betonte er besonders die Fesseln des Kastensystems. Darin zeigt sich sein Wechsel von institutionellen Bezeichnungen zu den inneren Bedingungen, unter denen ein System tatsächlich funktioniert.

### 36. Warum wird eine junge Bevölkerung nicht automatisch zum Vorteil?

Indiens jüngere Bevölkerung könne seiner Ansicht nach Dynamik erzeugen. Voraussetzung seien aber genügend Wohnraum, Bildung und bessere Lebensbedingungen. Wenn das Bildungsangebot nicht mithalte, könne das Bevölkerungswachstum auch die Zahl der Menschen ohne grundlegende Fähigkeiten erhöhen.

Zugleich sagte er voraus, China werde möglicherweise bedauern, seine Bevölkerungspolitik nicht früher gelockert zu haben.

## Südostasien

### 37. Was zeigen die unterschiedlichen Entscheidungen Singapurs und Malaysias?

Am Beispiel der englischsprachigen Bildung und des Justizsystems erläuterte er, dass beide Länder nach ihrer Trennung unterschiedliche Entwicklungswege gewählt hätten. Manche Entscheidungen ließen sich zudem nur schwer rückgängig machen.

Seine Schlussfolgerung war, dass beide Länder ihre Unterschiede akzeptieren sollten, statt dem anderen das eigene System aufzuzwingen. Gleichzeitig müsse Singapur über ausreichende Verteidigungsfähigkeiten verfügen, um äußere Einmischung abzuschrecken und seine eigenen Entscheidungen zu schützen.

### 38. Warum kann Dezentralisierung Indonesien helfen, seine Einheit zu bewahren?

Wenn Regionen ihre eigenen Angelegenheiten verwalteten und an den Erträgen ihrer Ressourcen teilhätten, könne dies seiner Ansicht nach den Unmut über zentrale Unterdrückung und ungerechte Verteilung verringern. Eine solche Ordnung könne separatistischen Druck eher mildern als die dauerhafte Abhängigkeit von militärischer Repression.

Er erwartete, dass die regionale Autonomie kaum rückgängig zu machen sei. Dennoch hielt er sie nicht für eine Lösung aller Probleme. Politische Blockaden, Infrastrukturmängel und Korruption könnten die Entwicklung weiterhin behindern.

### 39. Warum kann großer Ressourcenreichtum den Entwicklungsantrieb auch schwächen?

Er meinte, die Abhängigkeit von Rohstoffeinnahmen könne dazu führen, dass Menschen sich mit dem Verkauf vorhandener Ressourcen zufriedengäben. Der Anreiz, Einkommen durch Arbeit und bessere Fähigkeiten zu steigern, werde dadurch schwächer. Mit dieser Sicht erklärte er einen Teil von Indonesiens Entwicklungsproblemen.

### 40. Wie sah er Thaksin und die Schwierigkeit, von Singapurs Erfahrungen zu lernen?

Er beschrieb Thaksin als jemanden, der selbst anpackte, schnelle Ergebnisse suchte und stärker auf Geschäftserfahrung und Intuition vertraute. Damals prognostizierte er, Thailand könne kaum zur alten Ordnung zurückkehren, in der die Elite Bangkoks die Macht allein innehatte. Bessere Lebensbedingungen für Bauern und eine wachsende Mittelschicht würden zudem den Binnenkonsum stützen.

Der Vorstellung, Thaksin könne Singapur nach einer einzigen Reise verstanden haben, begegnete er jedoch skeptisch. Bildung, Fähigkeiten, Ausbildung, Chancengleichheit und gesellschaftlicher Zusammenhalt seien Voraussetzungen, die Besucher nicht leicht erkennen könnten. Auch unterschiedliche ethnische Strukturen beeinflussten, ob sich Erfahrungen übertragen ließen.

### 41. Warum wurde er nach anfänglichem Optimismus gegenüber Vietnams Reformen vorsichtiger?

Er meinte, Verdienste im Krieg seien nicht dasselbe wie Fähigkeiten zur Wirtschafts- und Verwaltungsführung. Die Autorität der älteren vietnamesischen Führung stamme vor allem aus ihren Kriegserfahrungen. Zugleich begrenzten bestehende Vorstellungen die Reformen. Anders als China fehle Vietnam zudem eine Person mit ausreichender Autorität und festem Willen, Reformen voranzutreiben.

Er sprach auch über das Gefühl der Benachteiligung und die Korruption von Kadern angesichts von Menschen, die außerhalb des Systems reich geworden waren, sowie über die Folgen von Krieg und Abwanderung qualifizierter Menschen. Die Fähigkeiten der vietnamesischen Jugend schätzte er positiv ein. Er sah sie aber durch organisatorische und institutionelle Bedingungen begrenzt und setzte seine Hoffnung deshalb auf einen Generationenwechsel.

## Singapur

### 42. Warum brauchte Singapur seiner Ansicht nach ein besonders gutes Regierungsteam?

Große Länder wie Großbritannien und die USA hätten seiner Ansicht nach auch bei mittelmäßigen Regierungen genügend Ressourcen und gesellschaftliche Fähigkeiten, um sich weiterzuentwickeln. Singapur sei klein, ressourcenarm und liege in einer wechselhaften Region. Den Preis mittelmäßiger Regierungsführung könne es sich nicht leisten.

Er befürchtete, die besten Köpfe würden lieber in Finanzwirtschaft, Handel und qualifizierte Fachberufe gehen als in die Politik. Er behauptete sogar, ein Zweiparteiensystem werde Singapur in die Mittelmäßigkeit führen.

### 43. Wie erklärte er die niedrige Geburtenrate, und was räumte er ein?

Er führte niedrige Geburtenraten auf Veränderungen von Lebensweise und Vorstellungen zurück und hielt wirtschaftliche oder finanzielle Faktoren für vollständig unerheblich. Er schlug vor, mindestens ein Jahr lang großzügige Geburtenzuschüsse anzubieten, gerade um diese Einschätzung zu beweisen. Wenn höhere Anreize keine zusätzlichen Geburten bewirken könnten, müsse man andere Wege suchen.

Zugleich betrachtete er die Bevölkerungsfrage als eine der größten existenziellen Bedrohungen Singapurs. Er räumte ausdrücklich ein, selbst keine Lösung gefunden zu haben und diese Aufgabe späteren Führungspersonen überlassen zu müssen.

### 44. Warum ist die große Offenheit zugleich Singapurs Stärke und seine Verwundbarkeit?

Nach der Trennung von seinem Hinterland könne Singapur seiner Ansicht nach nur durch breite Verbindungen mit der Welt genügend Entwicklungsraum gewinnen. Es profitiere vom globalen Wachstum, sei dadurch aber auch anfällig für äußere Veränderungen, die es selbst nicht kontrollieren könne.

Vielfältige Verbindungen und verteilte Abhängigkeiten könnten einzelne Risiken verringern. Sie könnten Singapur aber nicht von einer allgemeinen Abschwächung der Weltwirtschaft abschirmen. Das damalige Handelsvolumen diente ihm als Maß für diese Offenheit.

## Naher Osten

### 45. Welche weiteren Voraussetzungen sah er dafür, dass Demokratie im Nahen Osten Wurzeln schlagen kann?

Neben Erfahrungen mit repräsentativer Politik seien seiner Ansicht nach gesellschaftliche Grundlagen wie gleiche Bürgerrechte nötig. Es reiche nicht, nur die Regierungsform zu ändern.

### 46. Wie sah er die iranische Atomfrage und die Risiken militärischer Intervention?

Damals glaubte er nicht, dass Israel allein die Entwicklung iranischer Atomwaffen verhindern könne. Die USA müssten dafür möglicherweise die Kosten einer Bodeninvasion tragen, weshalb er einen Militäreinsatz für weniger wahrscheinlich hielt. Eher könnten die USA seiner Vorstellung nach Israel mit Waffen versorgen.

Er befürchtete, Bombardierungen könnten eine Ausbreitung der Rüstung in der Region auslösen und Fehleinschätzungen zu einem größeren Krieg führen. Er erörterte sogar einen Atomkonflikt und dessen Auswirkungen auf andere Regionen.

## Weltwirtschaft

### 47. Wo sah er den künftigen Schwerpunkt der Weltwirtschaft?

Er meinte, der wirtschaftliche Schwerpunkt der Welt verschiebe sich vom Atlantik zum Pazifik. Langfristig könne China zur größten Volkswirtschaft werden. Ob Europa seinen gemeinsamen Einfluss bewahre, hänge dagegen davon ab, ob eine tiefere Integration gelinge.

In seiner Prognose würden die Entscheidungen Chinas und der USA die Welt immer stärker beeinflussen.

### 48. Welche Voraussetzungen braucht die Öffnung von Kapitalmärkten?

Solange Finanzsystem und Aufsicht noch nicht ausreichend entwickelt seien, solle man Kapitalmärkte seiner Ansicht nach nicht überstürzt öffnen. Auch nach der Öffnung brauche es Reserven, beherrschbare Schulden und ein gesundes Bankensystem, um Schocks aufzufangen.

Die Widerstandsfähigkeit einiger asiatischer Volkswirtschaften in späteren Krisen brachte er mit ihren Lehren aus der asiatischen Finanzkrise in Verbindung. Er betonte, dass Offenheit entsprechende begleitende Fähigkeiten voraussetzt.

### 49. Warum kann die Globalisierung die Unterschiede zwischen Arbeitskräften vergrößern?

Spitzenkräfte könnten seiner Ansicht nach weltweit nach Möglichkeiten suchen. Unternehmen müssten sie deshalb besser bezahlen, um sie zu halten. Gering qualifizierte Arbeitskräfte konkurrierten dagegen mit mehr Menschen, die niedrigere Löhne akzeptierten, und könnten zusätzlich von Auslagerungen betroffen sein.

In seiner Analyse führten die unterschiedliche Mobilität von Arbeitskräften und die unterschiedlichen Wettbewerbsräume zu einer ungleichen Verteilung der Globalisierungsgewinne.

### 50. Welchen Vorteil verschafft den USA die Rolle des Dollars als Reservewährung?

Weil andere Länder und Anleger Dollarvermögen halten wollten, könnten sich die USA seiner Ansicht nach leichter und günstiger finanzieren. Sie könnten die Kosten von Defiziten und lockerer Politik zudem länger tragen als gewöhnliche Staaten.

Er meinte, die USA könnten einen Teil dieser Kosten auf andere Länder abwälzen.

## Energie und Klimawandel

### 51. Wie ließe sich seiner Ansicht nach ein zu schnelles Bevölkerungswachstum bremsen?

Er betonte die Bildung von Frauen. Sie verändere den Kinderwunsch und sei ein wichtiger Weg, überhöhte Geburtenraten zu senken.

## Persönliches Leben

### 52. Wie sah er das Lebensende und die Verlängerung des Lebens?

Er lehnte die Vorstellung ab, das Leben unabhängig von seinem Zustand möglichst lange verlängern zu müssen. Für sich selbst wünschte er sich ein rasches, möglichst schmerzarmes Ende. Er wollte nicht lange schwer beeinträchtigt sein und nur durch medizinische Maßnahmen am Leben erhalten werden.

### 53. Woran maß er den Wert seines Lebens?

Er maß sein Leben daran, ob er sich nach Kräften für das eingesetzt hatte, was er tun wollte, und sah sich darin als erfüllt. Seine größte Befriedigung gewann er aus der Mitwirkung am Aufbau einer Gesellschaft, die Menschen nach ihren Fähigkeiten auswählt, frei von Korruption ist und ethnische Gleichheit wahrt. Er hoffte, dass diese Arbeit nach ihm fortgesetzt würde.

### 54. Würde er seinen Enkeln vorgeben, was ein gutes Leben ist?

Er meinte, seine Enkel hätten ihre eigenen Erfahrungen und lebten unter den Bedingungen ihrer eigenen Zeit. Sie wüssten selbst, welches Leben sie führen wollten. Menschen verschiedener Generationen stellten unterschiedliche Ansprüche an das Leben.

Er hielt ältere Menschen nicht für völlig unfähig, jüngere zu beeinflussen, sondern unterschied Entwicklungsphasen. In frühen Jahren könne man grundlegende Einstellungen prägen. Später würden die Jüngeren ihre Urteile stärker aus eigenen Erfahrungen und dem Verhalten ihrer Altersgenossen bilden.
